Otto Rettenmaier nebst seiner Büste im Otto Rettenmaier Haus / Haus der Stadtgeschichte, 2012 (Foto: Stadtarchiv Heilbronn/B. Kimmerle)
Otto Rettenmaier (1926–2020) gehört zu den prägenden Unternehmerpersönlichkeiten unserer Region. Sein Lebensweg führte von einer Mühle an der Jagst bis zu einem globalen Schwerlast-Imperium – und zugleich zu beeindruckenden Spuren als Förderer von Kirche, Wissenschaft, sozialen Einrichtungen und Stadtgeschichte. Aus Anlass seines heutigen Geburtstags vor 100 Jahren erinnert dieser Beitrag an wichtige Stationen seines Lebens.
Jedes Jahr im Januar laden Oberbürgermeister und Gemeinderat von Heilbronn Gäste aus Wirtschaft, Kultur, Verwaltung und Gesellschaft zum Hasenmahl ein. Einer alten reichsstädtischen Tradition folgend, sitzen dann „Freund und Feind“ im Ratskeller beisammen, genießen ein gutes Mahl und plaudern über Vergangenheit und Zukunft der Stadt. Am vergangenen Freitag, am 16. Januar 2026, war es wieder soweit – und das gibt den Anlass, diesem geschichtsträchtigen Heilbronner Brauch einen Blogbeitrag zu widmen.1
Heute vor 87 Jahren versammelten sich abends, gegen 20 Uhr, über 3100 Männer auf dem Heilbronner Marktplatz. Sie feierten den 15. Jahrestag des 9. November 1923 – des Tages, als Adolf Hitler mit seinen Gefolgsleuten das erste Mal versucht hatte, die Demokratie in Deutschland mit Gewalt zu zerstören. Auch in den Heilbronner Stadtteilen fanden hierzu „Feierstunden“ statt – wie überall in ganz Deutschland.
KZ-Friedhof in Heilbronn-Neckargartach (Foto: Stadtarchiv Heilbronn/B. Kimmerle)
Dass ein Konzentrationslager im Zweiten Weltkrieg auch in Heilbronn bestanden hat, ist heute nur noch wenigen Menschen bewusst. Dabei war es den Neckargartachern, in deren unmittelbarer Nähe es errichtet worden war, schon kurz nach dem Krieg ein Anliegen gewesen, ein Mahnmal für die Opfer dieses KZs zu errichten. Die Entstehung dieses Konzentrationslagers und seines Mahnmals hat Miriam Eberlein vom Stadtarchiv Heilbronn bei der diesjährigen Gedenkveranstaltung in einem kurzen Vortrag beleuchtet, der hier auch als Blogbeitrag wiedergegeben wird.
Panorama-Blick vom Schaeuffelen-Schornstein, 24. Juni 1906. Fotograf: Gustav Schaeuffelen, Montage: Medienstelle Stadtarchiv Heilbronn
Vor einem Jahr haben wir die Serie der Heilbronner „Luftaufnahmen“ von 1906 begonnen und uns in jedem Beitrag ein Stückchen gegen den Uhrzeigersinn gedreht. Der vorige Beitrag stellt die letzte der von Gustav Schaeuffelen überlieferten Aufnahmen vor. Zum Abschluss zeigen wir nun das gesamte Panorama, das die Medienstelle des Stadtarchivs aus den 13 Einzelfotos zusammengesetzt hat.
Blick vom Schaeuffelen-Schornstein Richtung Südosten, 24. Juni 1906. StadtA HN F001N-199, Fotograf: Gustav Schaeuffelen.
Der Blick vom Schaeuffelen-Schornstein aus geht heute wieder in die Ferne. Nachdem wir im vorigen Beitrag nach unten in den Schaeuffelen’schen Garten geschaut haben, heben wir sozusagen den Kopf und blicken in südöstliche Richtung über das Häusermeer der Altstadt und der im 19. Jahrhundert entstandenen Wohngebiete jenseits der Allee.
Blick vom Schaeuffelen-Schornstein südöstlich nach unten, 24. Juni 1906. StadtA HN, Bildmontage aus F001N-181 und F001N-183, Fotograf: Gustav Schaeuffelen.
„Blick auf Garten und Sülmermühlstrasse“ bzw. „Blick auf den Garten“ steht über den beiden Fotos aus der Panoramaserie von 1906, die wir heute im Blogbeitrag vorstellen. Bei den meisten seiner Aufnahmen, die er vom Schornstein der väterlichen Fabrik aus gemacht hat, hat sich Gustav Schaeuffelen an der Horizontlinie orientiert. Nicht so bei diesen beiden Bildern: Hier hat er in südöstlicher Richtung schräg nach unten geblickt und einen Teil der Gartenanlagen und der Häuser entlang der Sülmermühlstraße fotografiert. Der Kontrast zur heutigen Sülmermühlstraße könnte größer kaum sein. Ja, diese gibt es noch, zumindest ihren östlichen Teil – jedoch hat sie, nur von der Turmstraße aus zugänglich, eher den Charakter eines Hinterhofs denn einer Parallele zu Turm- und Weinsberger Straße.
Blick vom Schaeuffelen-Schornstein über die nordwestliche Altstadt, 24. Juni 1906. StadtA HN, F001N-180 und F001N-197, Fotograf: Gustav Schaeuffelen.
Ziemlich genau in Richtung Süden geht der Ausschnitt aus dem Panorama vom Schaeuffelen-Schornstein, den wir in unserem heutigen Blogbeitrag vorstellen. Auch diesmal haben wir zwei Aufnahmen von Gustav Schaeuffelen kombiniert, die sich etwa zur Hälfte überschneiden. Die rechte Seite des oberen Bildes mit Hefenweiler und Kraneninsel war bereits Thema im vorigen Beitrag.